05.02.2012 – Spielbericht Heimspiel VSG COBURG/GRUB vs. VC Dresden (Tabellenführer), von André Dehler

M1 - Goliath wankte, schwankte, kippte, berappelte sich...

a99a1777Es ging super los im Heimspiel der VSG Coburg/Grub gegen den Tabellenführer der 2. Bundesliga VC Dresden. Hatte man im Hinspiel noch mit 0:3 klar den kürzeren gezogen, merkte man es den Spielern gleich zu Beginn an, dass heute alles anders werden sollte.

Im ersten Satz, in dem Trainer Milan Maric der Stammformation vertraute, die am letzten Heimspiel gegen VYS Friedrichshafen den Sieg holen konnte. Die heimische VSG um Regisseur Patrick Speta konnte mit variablem Spiel über alle Angriffspositionen überzeugen und die Abwehr- und Blockarbeit war ganz große Klasse. Trotz zwei Auszeiten beim Stand von 15:19 und 16:22 schaffte es der Trainer der Dresdner nicht seine Mannschaft auf Kurs zu bringen und der erste Durchgang ging unerwartet klar an die Vestestädter.

a99a1482Im zweiten Satz zeigte sich nun ein ähnliches Bild, die VSG mit ihrem Libero Beni Kucera spielte aus einer sicheren Annahme heraus und machte die entscheidenden Blockpunkt, um mit 2:0 in Führung zu gehen. Nach einer kurzen 10-minütigen Spielpause, in der die VSG eine Spendenaktion für die Klinikclows durchführten, konnten sich beide Mannschaften für die restliche Partie nochmals neu einstellen.

Trotz eines schwachen Startes der heimischen VSG mit 0:5 Punkten, kam man wieder zurück ins Fahrwasser und beide Teams boten weiter Volleyball auf höchsten Zweitliganiveau. Das Publikum, das die Punkte der VSG frenetisch gejubelte, sah ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Satzende. Hier waren es lediglich ein paar kleine Ungenauigkeiten, die die entscheidenden Punkte kosteten und Dresden zum 1:2 nach Sätzen verkürzen ließ.

a99a0911Im folgenden Satz 4 zeigte offenbarte sich eine Aufschlagschwäche auf Seiten der Vestestädter, die es sich selbst schwer machten. Trotz dreier Spielwechsel, Reinsch für Gudas, Kessel für Lottes und Meuter für Ickerott konnte die VSG nur gegen Satzende wieder überzeugen.

„Der fünfte Satz hat viel mit Glück und Selbstvertrauen zu tun und gar nicht so viel mit dem absoluten Können, wir haben heute von diesen beiden Sachen einen Funken mehr gehabt und haben gegen eine sehr gute VSG gewonnen“, beschrieb es noch dem Spiel Gästetrainer Sven Dörendahl. Er fügte des Weiteren an, dass die VSG, seines Erachtens, sicher in der 2. Liga bleibt und es mit dieser Kulisse auch mehr als verdient hätte. „Wo hat man schon fast 700 Zuschauer!“

Was war passiert? – Die Coburger Volleyballer erlagen wieder einmal ihrem alten Problem. Gut gespielt, gut gekämpft und am Ende nicht das nötige Quäntchen das zum Erfolg führt. „Es ist zum wahnsinnig werden, so ein super Spiel und am Ende stehen trotzdem mit leeren Händen da“, ringt der eingewechselte Steffen Reinsch nach Worten.
Dieses Statement sagt eigentlich alles über die Stimmungslage bei der VSG Coburg/Grub. Das Team bot im Tie-Break einen „Fight“ um jeden Ball, lag zu Beginn 3:6 zurück, kam auf 7:7 heran und blockte sich zur 10:7 Führung. Das Publikum war ständig in einem Wechselbad der Gefühle und unterstützte die Spieler mit Rufen wie, „We will block you!“ und „1-2-Feuer!“ Durch zwei Angriffs- und einen Aufgabefehler zog Dresden aber gleich und hatte bei 14:13 den ersten Matchball.

a99a1337Der Neu-VSG’ler Metelskiy wehrte diesen eindrucksvoll mit einem Diagonalschlag in die 3-Meter-Zone ab und durch einen Blockpunkt von Lukas Gudas gegen Eric Grosche hatte man bei 15:14 selbst Matchball. Am Ende war es jedoch eben dieser Grosche auf Seiten der Dresdner der den Unterschied machte. Zweimal wehrte er den Matchball der VSG ab, um dann mit zwei guten Aufschlägen die Sachsen auf die Siegerstraße zu bringen. 18:16 hieß es nach 2:14 Stunden Spielzeit und leider nahm Dresden damit die zwei Punkte mit nach Hause.
Erster Vorsitzender André Dehler: „Bei solchen Spielen wünscht man sich das italienische Punktesystem, bei dem die unterlegene Mannschaft in einem Fünfsatzspiel einen Punkt erhält, während der Sieger zwei Punkte bekommt, das hätte das Team heute mehr als verdient gehabt. So bleibt wie schon so oft nur die Hoffnung, dass eine gute Leistung beim nächsten Spiel gegen Delitzsch, die wichtigen Punkte im Abstiegskampf bringt“!

Aufstellung der VSG Coburg/Grub: Schuhmann, Ickerott, Spiller, Kessel, Köhler, Speta, Kucera, Nürnberger, Lottes, Meuter, Reinsch, Gudas, Metelskiy

Aufstellung VC Dresden: Dörendahl, Went, Merkel, Neuber, Grosche, Klopfer. Schober, Collin, Andörfer, Kunert

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