Tabellenführer haben bei der VSG nichts zu lachen!

VSG Coburg/Grub – GSVE Delitzsch
Spieltag vom 22.10.2011 in der HUK-COBURG arena
3:1 (25:18; 20:25; 25:21, 25:21)

Bereits die TuS Durmersheim knickte als Tabellenführer in Coburg ein. Jetzt hat es die selbstbewussten Delitzscher erwischt. Entwickelt sich die VSG zum Favoriten-Killer?

Wer um 19:00 Uhr die Coburger Halle betrat, wunderte sich schon am Eingang, warum sich die grünen Leuchtmittel zu vermehren scheinen. Bereits von draußen vernahm man wieder die rhythmische Samba-Trommeln und erwartete Vladi mit seiner SambaJuco. An dieser Stelle hatte die VSG aber schon wieder nachgelegt: Mit der Showtanzgruppe Dancesation der Tanzschule Gehde addierte das Kreativ-Team die Komponente, die zum Samba einfach dazu gehört: die hübschen Tänzerinnen. Ganz offensichtlich hat diese multisensuale Welt auch den Gegner mehr als stark beeindruckt. Die bis dahin auf dem 1. Tabellenplatz stehende GSVE Delitzsch, die in fünf Spielen fünf Siege, bei nur einem abgegebenem Satz holte, war mit drei verlorenen Sätzen auf dem Boden der Realität zurück und auf dem 2. Tabellenplatz gerutscht. Die VSG-Männer um Trainer Milan Maric spielten vor heimischer Kulisse erkennbar befreit auf und zeigten keinerlei Angst vor dem Tabellenführer aus Sachsen. Die Stimmung in der neuen Arena passte zum Spiel des Aufsteigers und der Fanclub der VSG, die „Hölle Nord“ unterstützte ihre VSG-Truppe lautstark. Auf diesen Sieg können die VSGler mit Recht stolz sein. Die Belohnung für ihre Mühe resultiert im 6. Platz der Tabelle. Die VSG startet in der Besetzung mit Nürnberger, Gudas, Kessel, Kucera, Speta, Ickerott und Reinsch) und machte es der GSVE von Anfang an schwer, selbst ins Spiel zu kommen.

Satz 1:

Die VSG starten mit dem ersten Punktgewinn im ersten Satz. Durch einen Blockpunkt von Max Kessel zogen die VSGler auf 3:1 davon. Bis zur Hälfte des 1. Satzes hielten die Delitzscher noch gut mit, wirkten aber insgesamt unsicher oder gar verunsichert. Das 10:5 resultierte aus einer trickreichen Aktion von Hansi Nürnberger. Als beim 15:8 ein Aufschlag der Schokoladenstädter ins Aus geht nimmt dann GSVE-Trainer Frank Pietzonka auch eine notwendige Auszeit. Die Delitzscher scheinen immer nervöser und die Coburger Volleyballer wussten ihre Schwächen stets sehr gut auszunutzen und in Punkte zu verwandeln. Den ersten Matchball konnten die Sachsen noch abwehren, doch geht ihr Aufschlag beim 24:18 ins Netz und der Punktgewinn an die klar bessere Mannschaft aus Coburg.

Satz 2:

Delitzsch wollte seiner Favoritenrolle gerecht werden und machte den ersten Punkt des zweiten Satzes. Doch die VSG-Truppe glich durch den vollen Einsatz von Reinsch, Speta und Nürnberger umgehend zum 1:1 aus. Bei den Delitzschern war nun Sebastian Reichstein am Aufschlag und so konnten sie sich, trotz des VSG-Monsterblocks, bis auf 2:5 absetzten. Doch die VSG zeigte ihre Stärke, sie kämpfte und kein Ball wurde verloren gegeben (8:10). Doch die amtierenden Tabellenführer hielten die VSG-Jungs immer mit zwei Punkten auf Abstand. Eine raffinierte Finte von Beni Kucera und Lukas Gudas ließ den Abstand auf einen Punkt schmelzen (16:17). Die zahlreichen Zuschauer waren in dieser Phase mit einigen Entscheidungen der beiden Schiedsrichter nicht ganz einverstanden. Die Stimmung brodelte in der HUK-Arena, die Fans wollten ihrer VSG helfen. Doch auch ein Super-Einsatz von Reinsch und Kucera beim 18:22 brachte keinen Punkt für Coburg. Der Matchball für Delitzsch konnte dreimal egalisiert werden. Doch beim 20:25 mussten sich die VSG-Jungs geschlagen geben: Dieser Satz ging an Delitzsch.

Satz 3:

Doch das wollten die Volleyballer der VSG nicht so einfach hinnehmen. Sie machten den ersten Punkt in Satz drei. Es war ein Match auf Augenhöhe (2:2, 6:6, 7:7). Die Coburger Volleyballer zeigten, das sie nicht der typische Aufsteiger sind und sich von einer Größe, wie der GSVE Delitzsch nicht einschüchtern ließen. Ein Hammer von Max Meuter besorgte das 14:13 und die Führung für die VSG. Jetzt legten die Vestestädter so richtig los und setzten sich mit drei Punkten ab (17:14). Sie kämpften unerbittlich um jeden Ball und verwiesen die Delitzscher mit sensationellen Aktionen in ihre Schranken (Beni Kucera pritscht einen Ball außerhalb des Feldes rückwärts wieder ins Spiel). Beim Spielstand von 21:18 konnte das Volleyball-Urgestein Torsten Spiller seine Qualitäten präsentieren. Dann kam der stets gefährliche GSVEler Jens Andrä an den Aufschlag, doch sein Ball geht ins Aus (24:20). Einen Matchball für die VSGler konnten die Delitzscher noch abwehren (24:21). Aber Hansi Nürnberger machte den letzten und entscheidenden Punkt, trotz eines fulminanten Aufschlags von Sebastian Kynast und es stand 2:1 für die Volleyballzauberer aus Coburg.

Satz 4:

Die Stimmung in der Halle schien einen neuen Höhepunkt zu erreichen, als die VSG den ersten Punkt vorlegte und sich dann sofort bis zum 6:0 in Führung schmetterte. Die Delitzscher schienen nicht mehr zu spielen und sich der die Allmacht der VSG-Truppe zu beugen. Sie wirkten nervös und unsicher und ließen einige technische Fehler erkennen (13:6). Beim 15:11 „schießt“ ein Delitzscher sogar ein Tor (16:12). Nun wechselt Milan Maric den VSG-Oldie Torsten Spiller ein, seine drei Aufschläge bringen drei Punkte für die VSG (19:12). Für die Vestestädter lief es nun wie am Schnürchen: Annahme, Zuspiel und der Punkt. Nun wollten die Delitzscher auch zeigen, dass sie noch da waren und baggerten sich bis zum 20:17 ins Spiel zurück. Der VSG-Trainer nahm nun ein Time-out und mobilisierte seine Jungs neu. Jetzt holte die VSG-Mannschaft zum entscheidenden Schlag auf. Es konnte sie nichts und niemand mehr aufhalten. Die 650 Zuschauer standen geschlossen auf (Standing Ovations!) und feuerten „ihre“ Jungs frenetisch an. Zwar konnten die Delitzsch den ersten Siegball noch abwehren, doch das schien nur noch Ergebniskorrektur. Satzball zwei und Hansi Nürnberger macht’s klar – 25:21. Die VSG ist und bleibt auf der Siegerstraße und gewinnt die Heimpartie gegen die GSVE Delitzsch klar mit 3:1.

Aufgebote:
VSG Coburg/Grub:
Philipp Schuhmann, Steffen Reinsch, Jonas Ickerott, Max Meuter, Marko Henke, Hansi Nürnberger, Lukas Gudas, Timo Köhler, Patrick Speta, Torsten Spiller, Beni Kucera, Max Kessel. Es fehlte: Daniel Lottes (verletzt). - Trainer: Milan Maric. - Co-Trainer: Volker Pohl.


GSVE Delitzsch:
Christoph Rascher, Maik Winkler, Jens Andrä, Tom Pietzonka, Paul Geisler, Philipp Windmann, Jakob Feil, Björn Metzger, Sebastian Kynast, Carsten Schulze, René Berlet, Sebastian Reichstein. - Trainer: Frank Pietzonka. - Co-Trainer: Jürgen Maue.
SR: Klaus Arm/Martin Wedler (Sonneberg). – Zuschauer: 650.

GSVE-Trainer Frank Pietzonka:
Ich kann der VSG nur gratulieren, wir hatten einige Probleme mit der uns fremden und gewöhnungsbedürftigen Halle, doch waren die Coburger unterm Strich einfach die bessere Mannschaft. Ich kann sie nur beglückwünschen. Sie haben gezeigt, dass sie das Potenzial haben die Liga zu halten und als Aufsteiger nicht sofort wieder abzusteigen.

VSG-Trainer Milan Maric:
Meine Jungs haben heute eine schöne und geschlossenen Mannschaftsleistung gezeigt. Einzelne Spieler möchte ich nicht loben, das mache ich nie. Aber ich möchte mich noch mal ausdrücklich beim „7. Mann“ bedanken, unseren Zuschauern. Und sie herzlich einladen uns auch beim nächsten Heimspiel am 12. November gegen die L.E. Volleys zu unterstützen.

Max Kessel, Mittelblocker der VSG:
Heute haben wir Vollgas gegeben. Wir hatten einen souveränen 1. Satz, im 2. waren wir etwas schluderig, doch den 3. Satz haben wir aufgrund unserer kämpferischen Leistung wieder für uns entscheiden. Wir haben verdient gewonnen. Es hat einfach Spaß gemacht zu spielen. Mich selbst zu loben fällt mir schwer, meine Aufschläge waren nicht gut, doch mein Block war in Ordnung. Delitzsch spielt einen sauberen Volleyball, sie machen keine unvorhersehbaren Aktionen und sind so relativ einfach einzuschätzen.

Daniel Lottes, VSG-Mittelblock, hat verletzt nur von der Tribüne aus mithelfen können: „Goad hom sees gmacht!“

Beni Kucera, VSG-Außenangreifer:
Ich habe mich diese Woche etwas weit aus dem Fenster gelehnt mit meiner Aussage, dass Delitzsch eine spielbare Mannschaft ist, die wir vor knapp zwei Jahren ja schon mal geschlagen haben. Mein Optimismus hat sich jedoch bestätigt und wir haben verdient gewonnen.

Anne Scheidler, Eisenach: Bin immer noch aufgeregt. Sie waren überraschend gut. Ich werde wohl auch beim nächsten Heimspiel zuschaun.

Ronny Göhl, Handballer und Kapitän des HSC: Bin gerne hier und sehe der VSG zu. Ich sehe einfach gerne guten Coburger Sport. War ja auch schon zum zweiten Mal hier.

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