Rock'n' Roll in Rüsselsheim?

Mit breiter Brust und dem nötigen Selbstvertrauen im Gepäck fahren die Volleyballer der VSG Coburg/Grub morgen nach Rüsselsheim in die Walter-Köbel-Halle. Torsten Spiller meint: „Wir werden versuchen bei der TG zu bestehen. Wir können sicher nicht davon ausgehen den Gegner vom Platz zu fegen, wollen aber nach Möglichkeit erneut siegen", so seine durchaus zu recht optimistische Einschätzung zum Spiel gegen die TG Rüsselsheim. Durch den letztwöchigen Triumph, über den bis dahin ungeschlagen GSVE Delitzsch (3:1) der den ungeschlagenen Sachsen immerhin Platz 1 kostete, werden die Jungs der VSG auch diesmal wissen, dass nur eine geschlossene Mannschaftsleistung Chancen auf einen erneuten Auswärts-Coup garantieren kann. Die „Wild Boys" stehen zwar einen Platz hinter den Vestestädter auf Platz sieben der Tabelle, sind aber nicht zu unterschätzen.

 Die Opelstädter...

...zeichnen sich nämlich durch ihren unbedingten Kampfgeist aus, was das Heimspiel letzte Woche gegen Dachau gezeigt hat. Sie haben den Gegner lange Zeit in Sicherheit gewiegt, um dann im entscheidenden Moment umso erbarmungsloser zuzuschlagen. Immerhin leisteten sie sich jeweils zu Beginn des ersten und des zweiten Satzes der Partie deutliche Rückstände, zogen dann aber spätestens nach der zweiten technischen Auszeit das Tempo an und kamen noch zu einem ungefährdeten 3:0 Matchgewinn. Folgendes Fazit zog der TG-Trainer Luis Ferradas anschließend, „die Fehlerquote meiner Mannschaft ist phasenweise immer wieder zu hoch und wir haben einige ,Geschenke’ an den Gegner verteilt."

 An diesem Wochenende wollen die Opelstädter aber möglichst ohne die gegen Dachau gezeigten Anlaufschwierigkeiten von Anfang an in Schwung kommen. Bereits morgen, um 19.30 Uhr, kommt zum dritten Heimspiel in Folge der Aufsteiger VSG Coburg/Grub in die Köbelhalle. „Der mit zahlreichen erfahrenen Kräften besetzte Kader des langjährigen Erstligatrainers Milan Maric ließ ja zuletzt mit einem Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen GSVE Delitzsch aufhorchen, den gleichen Gegner, dem wir in der Vorwoche mit 0:3 unterlegen waren." Man darf also gespannt sein, ob die Spieler der Turngemeinde die von Luis Ferradas geforderte Leistungssteigerung zeitgerecht hinbekommen.

Der gebürtige Argentinier...

...will mit der TG „nicht den kurzfristigen Erfolg suchen, sondern talentierten Nachwuchsspielern das Angebot machen, sich weiterzuentwickeln und ihr Leistungsvermögen auszuschöpfen." Dafür nimmt der Erfolgscoach, der – nach seinem ersten Gastspiel bei der TG zu Beginn der 90er Jahre – mit dem VfB Friedrichshafen zweimal deutscher Vizemeister wurde und die Damen des VC Wiesbaden aus der Regionalliga bis auf Platz vier der 1. Bundesliga führte, auch in Kauf, dass es in der kommenden Spielzeit wohl erst einmal nicht um vordere Tabellenplätze gehen wird. Die Saison 2010/11 schlossen die Opelstädter aber immerhin mit dem respektablen 6. Tabellenplatz und 32:20 Punkten ab.

Dies wird die Männer um Trainer Milan Maric nicht schrecken, sie wissen um ihre Stärken und werden mit Elan und  Kampfgeist, an die Auswärtsaufgabe heran gehen. Ob der Bonus des „Liga-Neulings" noch Gültigkeit besitzt, mag nach den eindrucksvollen Heimspielen und auch dem Erfolg in Friedrichshafen, nunmehr nicht mehr gelten – das Team der VSG kann sicher nicht mehr damit rechnen, unterschätzt zu werden. Nachdem die VSG wiederholt sich gegen Mannschaften des vorderen Tabellendrittels durchgesetzt hat und in beiden Heimbegegnungen den jeweiligen Tabellenersten entthronte. Auch wenn die letzten Erfolge weiterhin Optimismus zulassen, sollte keinesfalls Überheblichkeit entstehen oder der Gegener nicht ernst genommen werden. Vor dem Heimspiel am vorigen Samstag lehnte sich schon Benjamin Kucera sehr weit aus dem Fenster und meinte „auch diese Mannschaft ist spielbar". Taten statt Worte sind gefordert.

Personell kann der VSG-Trainer aus dem Vollen schöpfen, den alle Spieler, außer dem verletzten 2,01 Meter großen Mittelblock Daniel Lottes, werden mit nach Rheinland-Pfalz fahren um die grüne Allmacht zu präsentieren und um mit einem Sieg in der Tasche zurückzukehren.

 

Aufgebot VSG Coburg/Grub:

Philipp Schuhmann, Steffen Reinsch, Jonas Ickerott, Max Meuter, Marko Henke, Hansi Nürnberger, Lukas Gudas, Timo Köhler, Patrick Speta, Torsten Spiller, Beni Kucera, Max Kessel. Es fehlte: Daniel Lottes (verletzt). - Trainer: Milan Maric. - Co-Trainer: Volker Pohl.

Aufgebot TG Rüsselsheim:

Thomas Mudersbach, Paul Becker, Tobias Böing, Jonathan Whitton, Manuel Lohr, Jakub Strzelczyk, Roman Metelskiy, Paul Borger, Anton Borger, Christian Hesse, Jannik Fischer, Thilo von Hagen, Jens Blöcher, Peter Nogueira Schmid. Trainer: Luis Emilio Ferradàs. - Co-Trainer: Klaus-Jürgen Weber.

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